VDI 6023 — Das Anlagenbuch als Pflichtdokument
Die VDI-Richtlinie 6023 regelt Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung von Trinkwasser-Installationen. Ihr zentrales Instrument: das Anlagenbuch — die vollständige Lebenslaufakte jeder Trinkwasseranlage.
Was ist VDI 6023?
VDI 6023 „Hygiene in Trinkwasser-Installationen“ ist eine mehrteilige Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Sie beschreibt die Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb, Instandhaltung und Sanierung von Trinkwasser-Installationen in Gebäuden.
Als anerkannte Regel der Technik ist VDI 6023 faktisch verbindlich für alle Betreiber gewerblicher Trinkwasseranlagen — auch wenn sie kein förmliches Gesetz ist. Wer von ihren Anforderungen abweicht, trägt im Schadenfall die Beweislast, dass seine Lösung gleichwertig sicher war.
Das Anlagenbuch: Was ist das?
Das Anlagenbuch nach VDI 6023 ist die vollständige Lebenslaufdokumentation einer Trinkwasser-Installation. Es wird mit der Inbetriebnahme angelegt und kontinuierlich fortgeführt — über die gesamte Nutzungsdauer der Anlage.
Das Anlagenbuch dient als Nachweis, dass die Anlage ordnungsgemäß betrieben, gewartet und bei Problemen sachgerecht behandelt wurde. Bei Behördenprüfungen, Versicherungsschäden und Eigentümerwechseln ist es das zentrale Dokument.
Pflichtinhalte des Anlagebuchs
VDI 6023 definiert den Mindestinhalt des Anlagebuchs in drei Kategorien:
1. Anlagedokumentation (einmalig bei Inbetriebnahme)
- Bestandspläne: Leitungsführung, Entnahmestellen, Armaturen
- Materialangaben: Rohrmaterialien, Armaturen, Dichtungen
- Baujahr und Hersteller der wesentlichen Komponenten
- Angaben zum Warmwasserbereiter (Typ, Kapazität, Baujahr)
- Ergebnis der Erstinbetriebnahme-Überprüfung
2. Laufende Betriebsdokumentation
- Spülprotokolle nach DVGW W 551: Datum, Entnahmestelle, Temperatur, Dauer, Person
- Ergebnisse der Temperaturkontrollen (Warm- und Kaltwasser)
- Ergebnisse der jährlichen oder 3-jährlichen Laboruntersuchungen
- Mängelfeststellungen und ergriffene Maßnahmen
- Wartungsmaßnahmen an Armaturen, Filtern, Speichern
3. Ereignisdokumentation
- Legionellen-Befunde und Sanierungsmaßnahmen
- Wasserqualitätsmängel und Behördenmitteilungen
- Umbaumaßnahmen mit Planänderungen
- Ergebnisse der Risikoanalyse nach §14b TrinkwV
Wer ist für das Anlagenbuch verantwortlich?
Die Verantwortung für das Anlagenbuch liegt beim Betreiber der Anlage — also beim Eigentümer oder der Eigentümergemeinschaft, vertreten durch den Verwalter. Die Führung kann an einen Fachbetrieb oder ein spezialisiertes Softwaresystem delegiert werden — die rechtliche Verantwortung verbleibt beim Betreiber.
Wie SpülPilot das Anlagenbuch digital führt
SpülPilot übernimmt den laufenden Betriebsteil des Anlagebuchs vollständig digital:
- Alle Spülprotokolle werden mit Zeitstempel, GPS-Koordinaten, Foto und Temperaturnachweis gespeichert
- Die Daten sind unveränderlich (Audit-Chain) und 10 Jahre verfügbar
- Das Anlagenbuch-PDF wird auf Knopfdruck generiert — im Format, das Behörden, Versicherungen und Sachverständige erwarten
- Temperaturgrenzen nach DVGW W 551 werden automatisch überwacht — Abweichungen lösen Eskalationen aus
Anlagenbuch bei Eigentümerwechsel
Bei Verkauf eines Mietobjekts muss das Anlagenbuch an den neuen Eigentümer übergeben werden. Ein vollständiges, digital geführtes Anlagenbuch erhöht den Verkehrswert der Immobilie — es belegt ordnungsgemäße Betriebsführung und reduziert das Haftungsrisiko für den Käufer.
Anlagenbuch digital führen mit SpülPilot
Vollständige VDI-6023-konforme Betriebsdokumentation — auf Knopfdruck als PDF exportierbar. Für Behörden, Versicherungen und Eigentümerversammlungen.
Kostenlos testenHäufige Fragen zum Anlagenbuch
Ist das Anlagenbuch nach VDI 6023 gesetzlich vorgeschrieben?
VDI 6023 selbst ist keine Rechtsnorm, sondern eine technische Richtlinie. Als anerkannte Regel der Technik hat sie jedoch quasi-verbindlichen Charakter. In Verbindung mit TrinkwV §13 und der Dokumentationspflicht ist das Anlagenbuch faktisch Pflicht für alle Betreiber gewerblicher Trinkwasseranlagen.
Was muss das Anlagenbuch nach VDI 6023 mindestens enthalten?
Das Anlagenbuch muss enthalten: Bestandspläne der Installation, Angaben zu Materialien und Baujahr, alle Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen, Spülprotokolle, Ergebnisse von Laboruntersuchungen, Gefährdungsanalysen sowie Nachweise über durchgeführte Hygienemaßnahmen.
Wie lange muss das Anlagenbuch aufbewahrt werden?
Das Anlagenbuch muss mindestens 10 Jahre aufbewahrt werden — gerechnet ab dem Ende der Nutzung der jeweiligen Anlage oder Anlage. Bei Eigentümerwechsel wird es an den neuen Eigentümer übergeben.
Kann SpülPilot das Anlagenbuch vollständig ersetzen?
SpülPilot übernimmt den laufenden Betriebsteil des Anlagebuchs — alle Spülprotokolle, Temperaturmessungen und Maßnahmenverläufe. Bestandspläne und initiale Anlagendokumentation müssen einmalig vom Fachbetrieb oder Verwalter ergänzt werden. Das exportierte PDF enthält alle SpülPilot-Daten im normkonformen Format.